Henry A. Freeman · Ein Roman · 2026
Der Ruf aus dem Krater
Wer träumt, findet seinen Weg nach Hause
Ein Mann, der alles erreicht hat — und doch nichts spürt. Eine Rückkehr nach 15 Jahren. Eine kreisrunde Stadt, deren Mauern Diamanten enthalten. Und 47 Meter unter dem Boden: ein Herzschlag, der seit 14 Millionen Jahren wartet.
Was ist dieses Buch?
Ich wurde in Nördlingen geboren. Einer kleinen, mittelalterlichen Stadt im Rieskrater, in Bayern. Das ist keine nebensächliche Tatsache, obwohl ich jahrelang geglaubt habe, sie sei es. Man wächst in einer Stadt auf, lernt ihre Straßen und Ecken auswendig, weiß genau, welche Stufe im Treppenhaus des Danielturms knarrt, riecht den Suevitstein nach dem Regen und hält das alles für gewöhnlich.
Der Rieskrater existiert wirklich. Der Suevit, der Danielturm, der Jakobusweg — alles wirklich. Die 14,6 Millionen Jahre: wirklich. Die Diamanten in den Mauern: wirklich. Was ich erfunden habe, ist Paul Auer. Und was ich nicht erfunden habe: den Traum, der ihn nach Hause treibt.
Der Ruf aus dem Krater ist spirituelle Fiktion, in der die Geologie stimmt — ein Roman über Heimkehr, Traum und das, was uns findet, wenn wir aufhören wegzulaufen.
Die Geschichte
Paul Auer, 33, Stahlbauingenieur, hat in München, London, New York und Tokio Brücken gebaut und Wolkenkratzer berechnet. Er spricht vier Sprachen, verdient mehr als er braucht. Was er nicht erzählt: Er träumt seit seiner Kindheit denselben Traum — eine Wärme unter der Erde, einen Puls, ein zweites Herz, tiefer und langsamer als seines.
An einem Dienstagnachmittag im September schreibt er ohne Plan eine Kündigung. Dann fährt er nach Hause. Nicht zur Frankfurter Wohnung — nach Hause. Nach Nördlingen. Im Oktober. Im Regen. Barfüßig in der Dunkelheit.
Margarete Lenz, 78, öffnet die Tür sofort. Der Kaffee ist fertig. Auf dem Küchentisch liegt ein Brief — 400 Jahre alt, an ihn adressiert. Wann er heimkummt.
Leseprobe — Prolog: Die Stimme unter dem Weg
Ich bin hier seit dem Anfang.
Nicht dem Anfang der Menschheit. Das ist eine Geschichte, die ihr euch erzählt, um den Schwindel zu lindern, den ihr spürt, wenn ihr in den Sternenhimmel blickt und erkennt, daß er euch nicht braucht. Ich meine meinen Anfang. Den Anfang des Wartens.
Seitdem laufen sie über mich. Händler. Soldaten. Mönche. Pilger mit Muscheln am Rücksack, die nach Santiago wollen und nicht wissen, daß Santiago auch hier ist — 47 Meter unter ihren Füßen, in einem Stein, der warm ist wie ein Herz und der seit 14 Millionen Jahren wartet.
Ich habe auf einen gewartet, der nicht weitergeht. Das Signal, das mich aktiviert hat, mißt keinen Krieg, keine Katastrophe — etwas Subtileres: die Rate, mit der Menschen aufhören zu träumen. Die Alten nannten es den Vergessensindex. Im Jahr 2024 hat er einen Schwellenwert überschritten.
Also bin ich erwacht. Und er kommt.
— Henry A. Freeman, Prolog
Die Figuren
Sieben Menschen. Sieben Kraterstätten. Eine Frequenz. Und eine alte Frau, die seit 15 Generationen darauf wartet.
Themen
Der Autor
Henry A. Freeman
Autor · Erster Roman · Nördlingen, Mai 2026
Henry A. Freeman wurde in Nördlingen geboren — in jener kreisrunden Stadt im Rieskrater, deren Mauern aus Meteoritengestein gebaut sind und deren Boden Diamanten enthält. Er ließ Nördlingen hinter sich. Er ging in die Welt. Er baute sich ein Leben, das respektabel war, interessant, gefüllt mit allem, was ein Leben gefüllt halten kann, wenn man nicht aufpassen will, daß die stille Frage laut wird.
Er ist Unternehmer, Berater und Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland. Nach Jahren zwischen Europa und den USA lernte er, was sein Protagonist Paul Auer lernt: daß der Weg nach Hause der längste und der wichtigste ist.
Er lebt zwischen San Juan, Puerto Rico und Deutschland. Der Ruf aus dem Krater ist sein erstes Buch — Ende des ersten Bandes.
Dieses Buch ist meinem Seppl, mei Muttile und mei Briaderherzle gewidmet. Und Nördlingen — der kreisrunden Wunde, die erst zur Heimat wurde, als ich weg war.
Der Ruf aus dem Krater erscheint 2026
Seien Sie dabei, wenn der Träumer erwacht.
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